Mein erstes DNF…

Nun ist es also passiert, ich habe statt einer Medaille oder einer Bestzeit ein DNF (did not Finish) gesammelt, mein erstes…

Aber von Vorne. Die Vorbereitung auf den Regensburg Halbmarathon verlief eigentlich sehr gut [1] und ich fühlte mich fit und Race ready.

Los ging es eigentlich schon am Freitag vor dem Rennen. Da stand der letzte Lauf an, ein 6km GA1-Lauf zur Regeneration. Bei diesem Lauf fühlten sich meine Beine schon schwer und „wie aus Pudding“ an. Ich war froh als ich wieder zu Hause war und mich entspannen konnte. Damals dachte ich mir, dass das bis zum Rennen schon wieder werden würde, denn ich hatte ja auch erst 2 Tage vorher noch einen Lauf mit ein wenig Renntempo gemacht.

Am Samstag fühlten sich die Beine eigentlich schon wieder gut an und ich fuhr mit dem Rad zur Startnummernausgabe. Am Sonntag morgen stand ich auf und ich merkte schon, dass mir das Abendessen vom Vortag noch etwas schwer im Magen lag. Nach dem Frühstück und einem Kaffe ging das aber schon wieder recht gut und ich fuhr dann wieder mit dem Rad zum Start. Dort angekommen spulte ich die normale Aufwärmroutine vor dem Wettkampf ab und begab mich zur Startlinie. Der 1:30-Läufer war auch schnell gefunden – dieses mal wollte ich mich von ihm nicht abhängen lassen!

Als der Startschuss ertönte, wollte ich es nicht zu schnell angehen und versuchte die Pace bei 4:15 min/km zu halten. Es lief soweit wie geplant und ich konnte mich im Umfeld des 1:30 Läufers aufhalten. Auf den ersten Kilometern gab es auch noch viel Schatten, wodurch sich die warmen Temperaturen nicht so stark auswirkten. Es ging dann durch die Stadt und es blies uns immer ein kühles Lüftchen um die Nase. Ab km 5 machte sich mein Magen wieder etwas bemerkbar aber das lies sich aushalten. Bei der 2. Verpflegungstation bei ca km 7 verlor ich dann meine Kopfbedeckung im Wassertrog. Es wurde auch immer wärmer, da es in Richtung Continental Teststrecke keinen Schatten mehr gab. Als es dann auf die Teststrecke ging, merkte ich auch schon, dass meine Beine irgendwie nicht mehr so viel Energie hergaben wie vorher und das Laufen immer schwerer wurde. Der Puls war auch noch im richtigen Bereich, Kreislauftechnisch war also eigentlich alles ok. Im Verlauf der Runde um die Teststrecke machten meine Beine dann immer mehr zu und ich konnte mein Tempo nicht mehr halten. Auch bekam ich ab und an Gänsehaut auf den Beinen, was mich etwas verunsicherte. Am Ende der Teststrecke konnte ich dann kaum mehr einen 5er Schnitt halten. Bei ca. km 12 kam ich dann das 2. mal bei meiner Frau vorbei, die mich anfeuern wollte, dort fällte ich dann kurzentschlossen auch die Entscheidung das Rennen aufzugeben, da sich meine Beine mittlerweile wie Gummi anfühlten und ich keine Kraft mehr zum laufen hatte.

Heute ist Donnerstag und meine Beine fühlen sich noch immer nicht wieder richtig fresh an. Auf der Suche nach den Gründen für diese Performance bin ich noch nicht recht weitergekommen. Die Belastung war nicht höher als im Herbst beim Stockholm Halbmarathon, daher sollte das nicht das Problem gewesen sein. Ich bin auch genug langsam gelaufen (nach Puls und Power). Alle Werte deuteten eigentlich auf eine super Form hin und beim letzten Tempolauf fühlte ich mich 15km lang super. Der einzige Ansatzpunkt der mir aktuell einfällt ist mein 9std Schreibtischjob. Diese Kraftlosigkeit in den Beinen hab ich schon ab und an nach einem Arbeitstag gespürt als ich nach Hause gegangen bin, da muss ich mir wohl was einfallen lassen…

Erstaunlicherweise bin ich jetzt weder niedergeschlagen noch traurig. Eher irritiert, dass der Plan nicht geklappt hat… Jetzt werde ich erstmal noch bis Montag eine Pause machen und mich dann wieder an einen Lauf wagen und sehen wie sich die Beine anfühlen. Akute Schmerzen habe ich aktuell nicht mehr, sodass ich nicht glaube, dass was größeres kaputt gegangen ist.

Das Main Event der Schweinehunde steht dann im Herbst an und ich werde dort auf jeden Fall wieder an der Startlinie stehen um die 90 Minuten anzugreifen. Denn eines ist sicher: I’m never not running 🙂