Rückblick auf das 3-Schweinehunde Main-Event

Seit in Regensburg im Juni mein Versuch die 90 Minuten Schallmauer im Halbmarathon zu knacken krachend gescheitert war, wurde es hier im Blog doch etwas still. Vergangenes Wochenende stand nun der eigentliche Höhepunkt dieses Läuferjahres und eigentlich der letzten beiden Jahre an: Das Main-Event des 3-Schweinehunde Podcasts und somit der München Halbmarathon.

Vorbereitung

Die Vorbereitung auf den Wettkampf passte ich wie im letzten Blogeintrag bereits beschrieben an meine aktuelle Situation an. Als zusätzlicher Faktor kam noch die Geburt unseres ersten Kindes Mitte September hinzu, welches ein strukturiertes Training sehr schwierig machte. Am Ende konnte ich im August einen 3 Wochen Zyklus mit Intervalltraining und Longruns absolvieren und ab der Geburt dann noch 3 Läufe pro Woche. Am Ende waren es in diesem Trainingsblock 419 km bei 38 Läufen.

Während der Vorbereitung gab es 2 Läufe bei denen ich mich wirklich gut fühlte (125, 131) und einer davon war überwiegend auf Waldboden, vielleicht sollte ich öfter auf weicherem Untergrund laufen, denn die meisten Kilometer spule ich ja schon auf Asphalt, oder hartem (Kies-)Radweg ab.

Aufgrund der Umstände und des Trainingsumfanges war das Ziel den Halbmarathon unter 90 Minuten zu laufen natürlich nicht mehr realistisch. Mein neues Ziel war, zum ersten Mal, den Lauf einfach zu genießen und nicht auf Bestzeit zu laufen.

Der Tag davor

Um am Tag des Wettkampfes ausgeruht zu sein, reiste ich bereits am Samstag nach München. Dies bot auch die Möglichkeit alle unter der Schweinehunde-Flagge laufenden Läufer zu treffen. Wir trafen uns am Nachmittag im Olympiapark um die Startnummer abzuholen und eine Episode des Schweinehunde-Podcasts aufzunehmen: Episode 28. In dieser Episode formulierte ich meine Ziele noch offensiv. Ich wollte mit den 1:45er Pacer starten, mit ihm die ersten 5km mithalten, dann bis km 10 mein Tempo finden um dann auf den 2. 10km zu sehen was geht – so die Theorie.

Der Wettkampf

Am Tag des Wettkampfes war klar, es würde ein sehr warmer und sonniger Tag werden. Der Teil der Schweinehunde, der den Halbmarathon lief traf sich kurz vor dem Start um sich auf den Lauf einzustimmen und ein Gruppenfoto zu machen.

Zusammen mit Markus machte ich ich dann richtig Startblock 1 auf. Nachdem ich den 1:45-Zugläufer gefunden hatte ging es auch schon los. Die Startlinie war leider nicht sehr eindeutig markiert. Es gab zwei Torbögen, darunter befand sich aber leider keine Zeitmessungsmatte. Diese befand sich genau zwischen den beiden Torbögen, was mich etwas verwirrte und dazu führte dass ich zuerst zu früh und dann zu spät auf meine Uhr gedrückt habe – es ging also schon mal gut los. Insgesamt gab es 3 Pacer für 1:45. Ich hänge mich an den ersten von ihnen dran, langsam fanden wir unseren Rhythmus. Nach 2-3 Kilometer konnte ich meine Pace noch etwas steigern, sie lag jetzt zwischen 4:30 und 4:45.
Bei ca. Kilometer 4,5 begann das Rennen dann erst so richtig. die Strecke machte eine 90 grad Kurve und von nun an liefen wir direkt nach Süden der Sonne entgegen, die Schattenbereiche wurden rar. Anfangs ging es noch ganz gut, aber je länger dieser Abschnitt dauerte desto härter wurde es. Am Ende knickte die Strecke dann wieder nach links ab und wir liefen nun vollkommen in der Sonne – kein Schatten.
Als wir die Hälfte des Rennes absolviert hatten, konnte ich die Pace nicht mehr bei 4:45 halten, es kam der erste Kilometer mit einer Zeit von über 5 Minuten. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich beschloss, das Ganze ab jetzt locker nach Hause zu laufen. Mehr war einfach nicht mehr drin.

Es ging also am Viktualienmarkt und Marienplatz vorbei, hier standen die meisten Leute und die Stimmung führte dann doch dazu dass ich wieder etwas schneller laufen konnte. Es ging dann vorbei am Odeonsplatz und Siegestor und es gab wieder etwas mehr Schatten. Mittlerweile lies ich es auch bei den Verpflegungstellen langsam angehen um genug trinken zu können. In Schwabing wartete dann noch Sonja und Dan, ich hatte sie schon viel früher erwartet aber dort blieb ich tatsächlich zum ersten mal bei einem Lauf stehen um sie zu begrüßen und ein kurzes Schwätzchen zu halten. Als ich wieder los lief, kam auch gerade der 1:45 Pacer wieder von hinten heran. Er meinte bei dieser Pace schaffen wir es auf jeden Fall unter 1:45 ins Ziel. Das, und die Tatsache, dass es jetzt wieder mehr Schatten gab, gab mir noch etwas Motivation, sodass ich die letzten 3 Kilometer wieder unter 5 min/km laufen konnte. Am Ende wartete noch die Stadionrunde im Olympiastadion auf mich – ein ganz besonderes Highlight. Die Offizielle Zielzeit war am Ende dann 1:45:04, knapp über 1:45 aber darauf kam es mir nun wirklich nicht mehr an. Hier der Link zur Strava-Aktivität: https://www.strava.com/activities/2785682474/overview

Nachdem ich mich geduscht hatte, trafen sich tatsächlich alle gestarteten Schweinehunde wieder zum Abschlußfoto. Alle blieben in der Karenzzeit und wurden nicht vom Besenwagen überholt. Ein toller Abschluss für das Schweinehunde-Projekt. Wie es weiter geht werden wir in Episode 29 erörtern.

Auch Stefan hat einen Stefan’s Erfahrungsbericht dazu geschrieben.

Wie geht es jetzt weiter?

Tja, wie geht es jetzt weiter. Bis Weihnachten steht erstmal Erholung und die Bewältigung des Alltags mit Kind und das Integrieren des Laufen in selbigen im Vordergrund. Ab dem Frühjahr werde ich dann versuchen den Kleien mit auf die Runden zu nehmen und dann kann ich auch Pläne für Weitere Wettkämpfe schmieden :). Bis dahin, selber Laufen nicht vergessen 🙂