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Bericht vom Berlin Marathon 2011

Sep 28, 2011
5 minutes

Der Berlin Marathon 2011 ist also Geschichte. Und die guten Nachrichten voraus: Es war super Wetter bei einem super Erlebnis, ich habe Haile Gebreselassie geschlagen und war beim neuen Weltrekord dabei :).

Los ging es am Freitag um 13 Uhr in Amberg. Dort war Abfahrt mit dem Reiseunternehmen Schleicher. Ebenfalls dabei mein Edelfan und mein ehemaliger Lehrer Stefan und dessen Kumpel Christian. Nach ruhiger Fahrt kamen wir dann gegen 20 Uhr in Berlin an nahmen noch ein Abendessen in einer Pizzeria zu uns und gingen dann auch schon schlafen. Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn der Frühstückslauf stand an. Gelaufen wurde vom Schloss Charlottenburg zum Olympiastadion. Wir wurden mit dem Bus zum Start gefahren und die Fans fuhren direkt weiter zum Stadion. Auf dem Platz vor dem Schloss herrschte fast Volksfeststimmmung. Fast jeder hatte eine Fahne dabei oder war irgendwie verkleidet. Wir hatten natürlich auch eine Bayernfahne dabei! Dann ging es um 10 Uhr für die ca. 10000 Läufer los Richtung Stadion. Dort angekommen liefen wir durch das Marathontor (was in Berlin eher ein langer Tunnel ist) in das leere Stadion ein und auf die Bahn auf der Usain Bolt seinen Weltrekord gelaufen ist. Sehr beeindruckend muss ich sagen. Danach gabs vor dem Stadion noch ein Frühstück. Nach dem Lauf fuhren wir weiter zur Marathonmesse an den alten Flughafen Tempelhof, um unsere Startnummern abzuholen. Die Messe war in den 3 großen Hallen des Flughafens untergebracht. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und habe mir ein neues Paar Laufschuhe gekauft - aber dazu ein andermal mehr. Danach verbrachten wir noch ein wenig Zeit in der Stadt. Nach dem genuss einer echten Berliner Currywurst haben wir uns schon mal den Zielbereich am Brandenburger Tor angesehen und die Läufer des Schülerlaufes angefeuert. Am Abend ging es dann zeitig ins Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Da hieß es nämlich um 6 Uhr aufstehen. Dann fuhren wir mit Bus und S-Bahn zum Start. Der Start-/Zielbereich war direkt im Regierungsviertel vor dem Reichstag und dem Bundeskanzleramt. Der Startbereich war sehr augeräumt; nur vor den DIXI-Toiletten gab es lange Schlangen, so dass wir knapp 40 Minuten anstehen mussten. Dann brach ich 20 Minuten vor dem Start zu meinem Startblock auf. Allerdings hatte ich den Weg unterschätzt und ich brauchte nochmal gut 10 Minuten durch den Berliner Wald. Als ich dann am Startblock angekommen war, staunte ich erstmal nicht schlecht: Zum ersten Mal sah ich, was es bedeutet mit 40000 Leuten an den Start zu gehen. Der Startbereich war brechend voll und alles war eng in den Absperrungen zusammengepfercht. Ich hab mir doch noch ein Plätzchen erkämpft und dann viel auch schon der Startschuss bei strahlendem Sonnenschein und bestem Marathon(Weltrekord)wetter. Ich brauchte dann ungefähr 7 Minuten bis zur Startlinie und dann ging es endlich los. (http://connect.garmin.com/activity/117178614)

Die ersten beiden Kilometer verliefen auf der sehr breiten ‘Strasse des 17. Juni’, so kam es auch nicht zu ‘Zieharmonikaeffekten’ auch bei der ersten Kurve kam man noch gut durch, so dass die ersten Kilometer recht flüssig zu laufen waren. Dann ging es auf der hinteren Seite des Bundeskanzleramtes vorbei und zum ersten mal bergab, so dass man das Feld vor sich sah. Man konnte ca. 1km kucken und alles was man sehen konnte waren Läufer, wie ein riesiger Fluss der sich durch die Strassen schlängelt; ein sehr beeindruckender Anblick. Problematisch wurde es erst bei der ersten Verpflegungsstelle. Es waren einfach zu viele Leute, so dass man zwangsweise stehenbleiben musste, um sich was zum Trinken zu greifen. Das waren auch immer die Stellen, die mich etwas aus dem Rhythmus brachten und wo ich viel Zeit verloren habe, da ich an jeder Verpflegungsstelle wenigstens ein wenig trinken wollte. Der Zuschauerzuspruch war bis dahin auch sehr gut und besser als ich es bisher kannte. Die Zuschauer standen mindestens in einer - wenn nicht so gar in zwei - Reihen an der Strasse und machten Lärm. Ab Kilometer 10 als es dann weg aus Mitte und mehr Richtung Kreuzberg und Neu-Kölln ging wurden die Zuschauer auch weniger und das Feld streckte sich etwas. Ich versuchte immer etwas über 5 min/km zu bleiben, was mir anfangs auch recht gut gelang. Als es dann zur Halbmarathon-Marke ging wurden die Zuschauer auch mehr und auf der Höhe von km 21 war es wieder richtig voll und Laut. Da habe ich dann auch meinen Edelfan getroffen.

Aber ab Kilometer 25 wurde es dann immer härter und das Anlaufen nach der Verpflegung immer schwerer. Bei Kilometer 27,5 bekamen wir dann noch einmal ein Kohlenhydratgel, was mir erstaunlicherweise doch etwas gebracht hat. Aber ab Kilometer 32 konnte ich mein Tempo nicht mehr ganz halten. Meine Kilometerzeiten näherten sich immer mehr der 5:30 Marke an, aber ich versuchte mich immer weiter zu motivieren. Ab Kilometer 40 standen die Zuschauer dann wieder in dichteren Reihen an der Strecke und ich konnte das Tempo wieder etwas anziehen. Der letzte Kilometer war dann nochmal was zum genießen. Man konnte das Brandenburger Tor (km 42) schon sehen und die Stimmung war fantastisch. Kurz vor dem Brandenburger Tor stand dann auch noch mal mein Edelfan und jubelte mir zu, dann konnte ich sogar noch ein wenig zulegen. Am Ende kam ich auf eine Zeit von 03:39:23. Es war zwar nicht ganz das was ich mir vorgenommen habe, aber dennoch war es ein schöner Lauf mit super Stimmung. Das Gefühl durch das Brandenburger Tor zu laufen und zu wissen es sind nur noch 200 Meter ist schon ein sehr besonderes. Warum ich Haile geschlagen habe? Haile musste bei km 37 aufgeben, somit kam ich vor ihm ins Ziel :).

Am Ende kann ich sagen, dass es ein sehr schöner Ausflug war und jeder Läufer diesen Marathon mal gelaufen sein muss. Ich habe mein Ziel, die 3:30h, zwar nicht geschafft, aber immerhin habe ich meine Bestzeit um ca. 5 Minuten verbessert, das ist ja auch etwas. Ausserdem hatten wir mit Stefan und Christian sehr viel Spass, danke nochmal für den Tipp, Stefan!

Mein nächster Wettkampf sollte ja eingentlich der Halbmarathon nächsten Sommer in Regensburg sein. Allerdings kam in Berlin der Gedanke auf den Marathon in Frankfurt am 30.10. zu laufen. Das muss ich mir allerdings noch überlegen und werde euch dann rechtzeitig informieren ;). Ein paar Bilder findet ihr in der Bildersektion.

Hier nochmal meine Zeiten und Platzierungen für diejenigen die es interessiert ;) :



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