Stryd PowerCenter 2.0

Ich laufe nun seit mehr als 2 Jahren mit dem Stryd Powersensor [1,2,3] und er ist in dieser Zeit eine sehr wichtige Ergänzung zu meinem Training geworden. Bisher war es immer nötig aus dem Stryd Ökosystem auszubrechen um das volle Potential des Sensor auszuschöpfen. So benutze ich zum Beispiel WKO5 um die FTP zu bestimmen und weitere Analysen durchzuführen. Mit dem Update des Stryd Powercenters auf die Version 2.0 könnte das für viele Läufer Geschichte sein.

Das Stryd Powercenter ist die in-house Analysemöglichkeit von Stryd. Im Gegensatz z.B. zu WKO5 ist sie kostenlos und im Browser zu nutzen. Bisher hatte das Powercenter eine angestaubte Optik und bot wenige Möglichkeiten der Analyse. Im Juli letzten Jahres gab es dann ein Update der mobilen App, mit der erstmals die CP automatisch aus den Läufen der letzten 90 Tage berechnet wurde. Damit wurde der Einstieg in das Stryd Ökosystem einfacher und wenn man keine große Analyse wollte, konnte man den Sensor nun ohne weitere Software benutzen.

Mit dem Update des Powercenters auf die Version 2.0 macht Stryd nun so richtig ernst. Wie oben zu sehen ist, sieht die Startseite bzw. Übersichtsseite sehr übersichtlich aus und alle wichtigen Daten sind sofort zu sehen.

Links oben ist die automatisch berechnete CP direkt zu sehen und daneben werden die Power-Zones, also die Trainingsbereiche dargestellt. Damit kann man dann sofort loslegen und sein Training gestalten. Ich bin aktuell nicht voll im Training und noch in der OffSeason und meine CP aus Stryd und die FTP aus WKO5 unterscheiden sich um 10 Watt, dazu aber unten mehr.

Rechts oben kann man dann zu den einzelnen Läufen navigieren und man sieht seine Running Stress Balance. Ist man gerade also Leistungsfähig oder läuft man ins Übertraining…?

Klickt man auf einen Lauf öffnen sich dessen Details. Man kann im Graphen alle Daten anzeigen lassen, die vom Stryd gesammelt werden. Außerdem kann man seine gestoppten Runden einzeln auswählen, das ist gerade für Intervalle sehr nützlich. Rechts unten wird die Verteilung über die Power Zones angezeigt.

Scrollt man im Dashboard weiter nach unten kann man die Power Duration Curve (PDC) und auch die verwendeten Daten, die ihr zugrunde liegen sehen. Das war bisher nur mit WKO oder Golden Cheetah möglich. Rechts neben der PDC sieht man, wie sich die einzelnen Bereiche bzw. Energiesysteme im Vergleich zu einer Vergleichsgruppe verhalten. Im meinen Fall sind das männliche Halbmarathonläufer im Alter von 30-39. Aktuell scheine ich recht durchschnittlich zu sein ;).

Im Vergleich zu WKO sieht die PDC doch etwas anders aus. Auf den Stryd Seiten heißt es auch, dass sie ihre Berechnung der CP an die von Golden Cheetah angelehnt haben. Ich muss mir das aber auch noch genauer ansehen. Das erklärt dann wohl auch die Abweichung der FTP/CP um 10 Watt. Bei WKO werden alle Läufe der letzten 90 Tage gleich stark in die Berechnung einbezogen, bei Stryd wird hier eine Gewichtung vorgenommen, welche aktuelle Läufe stärker Berücksichtigt als ältere, sie nennen es „Deprication„.

FAZIT

Dieses Update vom Stryd Powercenter ist ein weiterer Schritt den Stryd Sensor mehr Leuten zugänglich zu machen und ein komplettes eigenes Ökosystem aufzubauen. Wenn man keine großen Analysen fahren will, kann man mit dem PowerCenter sein Training nun ausreichend gut analysieren. Natürlich fehlen noch viele Möglichkeiten von WKO5, vor allem die Programmierbarkeit. Auch kann man, wie bei TrainingPeaks, keine Saisonplanung machen. Dennoch werde ich ab heute wieder mehr Zeit im PowerCenter verbringen, denn alleine die Präsentation der Daten gefällt mir gut.